Berufskollegs
Die duale Ausbildung muss als "Vorzeige-Ausbildungsmodell" unbedingt erhalten und gefördert werden. Die gegenwärtige Trennung zwischen allgemeiner und beruflicher Bildung bedeutet aber eine Abgrenzung zweier Systeme, die von Anfang an keine Berechtigung hatte und der realen Situation an den Berufskollegs überhaupt nicht entspricht. Die Berufskollegs haben einen deutlichen Funktionswandel erlebt. Waren sie früher primär der schulische Partner in einem dualen Bildungssystem, sind sie heute Parkstationen, Rettungsanker und Durchlauferhitzer für viele Schüler, die gezwungenermaßen oder freiwillig eine längere Schulausbildung wahrnehmen. In zahlreichen berufsvorbereitenden und berufsbegleitenden Bildungsgängen bieten die Berufskollegs nicht nur berufliches Fachwissen oder vollzeitschulische Berufsabschlüsse, sondern auch allgemeinbildende Schulabschlüsse an. Damit kommt den Berufskollegs ein hoher sozial- und gesellschaftspolitischer Stellenwert zu. Sie machen einer heterogenen Schülerschaft ein hoch differenziertes Bildungsangebot. Dafür brauchen sie eine moderne Schulausstattung, anforderungsgerechte Gebäude und vor allem geeignetes und engagiertes Personal. Diese Grundvoraussetzungen können flächendeckend nur in enger Zusammenarbeit zwischen Bund, Land und Kommunen, Unternehmen und Bildungsakteuren (z. B. Stiftungen) realisiert werden.

